GESCHLECHTSKEKS

Unser Geschlechtskeks basiert auf der Genderbread Person (https://www.genderbread.org/). Da diese aber in unseren Augen einige Aspekte weglässt und andere wiederum stark vereinfacht, haben wir das Konzept erweitert und unseren Geschlechtskeks entwickelt. Der Geschlechtskeks ist in unserem Shop als Infoblatt (DIN A5) und als Plakat (DIN A1) für Schule, Workshops, Fortbildungen und Unterricht erhätlich.

Das Geschlechtsbewusstsein beschreibt, wie du dein Geschlecht selbst weißt, definierst, erfährst und erklärst. Dieses Wissen ist unabhängig von deinen Genitalien und anderen Körpermerkmalen. Das Geschlechtsbewusstsein ist keine Entscheidung. Es lässt sich nicht ändern.

Jeder Mensch weiß intutitv, ob mensch männlich, weiblich, irgendwo zwischen diesen Polen oder auch eine Person mit einem Geschlecht außerhalb dieser Kategorien ist. Manchmal ist es jedoch schwierig, über das eigene Geschlecht zu sprechen, da wir alle gesellschaftlichen Erwartungen (von Familie, Freund*innen, Schule, Arbeit etc.) ausgesetzt sind.

Der häufig genutzte aber umstrittene Begriff „Geschlechtsidentität“ wird häufig gleichlautend benutzt, geht aber weit über Geschlecht hinaus. Für uns umfasst die Geschlechtsidentität auch die eigenen lebensgeschichtlichen Erfahrungen, erlebte Traumata und positive/negative Erfahrungen. Das (gewusste) Geschlecht ist also nur ein Teil der Geschlechtsidentität.

Wörter wie „männlich“, „weiblich“, „nicht-binär“ oder „inter“ beschreiben dein Geschlecht. Begriffe wie „Frau“ und „Mann“ beschreiben eine Geschlechterrolle (Gender). Diese „Rolle“ kannst du dir wie beim Theaterspielen vorstellen. Zum Beispiel definieren Geschlechterrollen, wie sich eine „Frau“ zu verhalten, zu kleiden oder auszusehen hat, um als „Frau“ wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Ebenso unterliegt die Geschlechterrolle „Mann“ sehr engen gesellschaftlichen Vorstellungen. Menschen, die ihre „Rolle“ nicht gut spielen, stoßen oft auf Unverständnis und werden nicht selten ausgegrenzt.

Die verschiedenen Geschlechterrollen führen zu unterschiedlichen Chancen, Machtverhältnissen und Privilegien. Dies führt zur Diskrimierung einzelner Geschlechter und wird als Sexismus bezeichnet. Geschlechterrollen hängen stark von der Kultur ab.

Ausdruck ist deine ganz persönliche Weise, dich selbst nach außen zu präsentieren. Dazu gehören z.B. Kleidung, Frisur, Name, Verhalten und vieles mehr.
Bei der Wahl des Ausdrucks spielen gesellschaftliche Zwänge eine große Rolle. Der Ausdruck beeinflusst stark, wie wir von anderen „gelesen“ (Rezeption) und so einem Geschlecht zugeordnet werden.
Manchmal verändern wir unseren Ausdruck, um als Teil einer Gruppen erkannt zu werden (z. B. Trikots, Uniformen), sozialen oder traditionellen Erwartungen zu entsprechen (z. B. Brautkleider, Smoking) oder einen Status anzuzeigen (z.B. aktuelle Modelabel, Eheringe, Schmuck).

Rezeption bezeichnet, wie du (dein Ausdruck) von anderen „gelesen“ und so einem Geschlecht oder einer Gruppe zugeordnet wirst (sozialer Abgleich).
Diese Zuordnung geschieht aufgrund von gesellschaftlichen und kulturellen Erwartungen. Zum Beispiel trugen im 18. Jahrhundert adlige Männer auffällige Schminke. Auch die stereotype Zuschreibung rosa = Mädchen und hellblau = Junge war lange Zeit genau andersherum. Die kulturellen Vorgaben verändern sich also im Laufe der Zeit sehr stark.

Wiedererkennung geschieht, wenn wir anderen Menschen begegnen und Ähnlichkeiten zwischen uns finden. Wir erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dieses Wiedererkennen hilft uns, Freund*innen zu finden und Gruppen zu bilden, es spielt aber auch eine große Rolle beim Verständnis des eigenen Geschlechts.

Körpermerkmale sind zum Beispiel Genitalien, Chromosomen, Hormone, Behaarung, Stimme und vieles mehr. Diese Merkmale sind allerdings nur Hinweise auf das Geschlecht eines Menschen. Entscheidend ist das Geschlechtsbewusstsein –also das Wissen eines Menschen über sein eigenes Geschlecht.

Anhand der Genitalien werden Kinder nach der Geburt einem Geschlecht zugeordnet (Geschlechtszuweisung). Diese Zuweisung kann richtig sein –muss sie aber nicht.

Attraktion beschreibt, von wem oder was du dich angezogen fühlst. Hierbei ist meist die sexuelle und romantische Orientierung gemeint.
Die sexuelle und romantische Orientierung ist unabhängig vom eigenen Geschlecht.