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Coming-Out

Der Begriff Coming-Out (deutsch: „Herauskommen“) bezeichnet die Selbstoffenbarung der eigenen Orientierung oder des Geschlechts. Oft wird er in Zusammenhang mit dem Ausdruck „Coming out of the closet“ gebracht, wörtlich „den Schrank verlassen“. Diese Redensart tauchte jedoch erst in den 1960ern auf, nachdem Coming-Out bereits Einzug in den Sprachgebrauch der LSBTTIQ* Community gehalten hatte.

Anfangs verwendeten ausschließlich schwule Männer den Begriff Coming-Out. Sie bezeichneten damit die Offenbarung ihrer sexuellen Orientierung vor anderen schwulen Männern und ihren Beitritt in die schwule Community. Die heutige Verwendung von Coming-Out kann unter anderem auf den deutschen Juristen und Aktivisten für Schwulenrechte Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) zurückgeführt werden. Er sah in der Selbstoffenbarung einen Weg zur Emanzipation. Ulrichs betrachtete es als notwendig, dass homosexuelle Menschen ihre sexuelle Orientierung mit Selbstbewusstsein präsentierten. Nur so könnte die öffentliche Einstellung zu homosexuellen Menschen geändert werden. Ein Coming-Out ist noch immer notwendig, da unsere heteronormative und cissexistische Gesellschaft annimmt, man sei heterosexuell und cisgeschlechtlich – bis man dieser Annahme widerspricht.

Ein Coming-Out ist häufig mit Angst vor sozialer Ausgrenzung und anderen negativen Konsequenzen besetzt. Hinzu kommt oft die Sorge, sozialen Erwartungen nicht zu entsprechen. Gleichzeitig ist ein Coming-Out für die meisten Personen sehr befreiend, weil sie ihr wahres Ich offenbaren und endlich sichtbar sein können.

Es gibt zwei Arten von Coming-Outs: Wenn sich eine Person ihre sexuelle Orientierung/ihr Geschlecht selbst eingesteht, spricht man vom inneren Coming-Out. Teilt die Person diese Erkenntnisse mit anderen, wird das als äußeres Coming-Out bezeichnet. Das Coming-Out ist ein Dauerprozess. Die meisten Menschen outen sich nicht nur einmal, sondern immer wieder, wenn sie beispielsweise neue Leute kennenlernen oder sich in einem neuen sozialen Umfeld bewegen.

Ein Coming-Out muss nicht vollständig sein. Jede Person kann selbst entscheiden, wem sie ihre sexuelle Orientierung oder ihr Geschlecht offenbart. Der Begriff Outing beschreibt hingegen die übergriffige Handlung, bei der eine Person ungefragt die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Thematik eines anderen Menschen offenbart.

(C)AFAB/(C)AMAB/DFAB/DMAB

asexuell

allosexuell

Ally, Advocate, Activist

androsexuell

aromantisch

Beziehungen

Bi+sexualität

Binäre Geschlechter

Butch und Femme

Cisnormativität

Cissexus

Coming-Out

Community

Demi-boy/Demi-girl

Demisexualität

Dritte Option

Dyke

Dysphorie

FTM / MTF / MTM / FTF

Gatekeeper*in

genderfluid

genderqueer

gyno- / femmesexuell

Heteronormativität

inter*

Internalisierung

Intersektionalität

Label

LSBTTIQ

Misgendern

neutrois

nicht-binär

Orientierung

Pansexualität

Privileg

Queer

Questioning

Reclaiming

Regenbogenflagge

Regenbogenflagge (Geschichte)

Sexismus

skoliosexuell

Spektrum

Stigma

Toxische Maskulinität

trans*

Transgender

Transition

Transsexus

Travestie/Drag

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