• Transgender Day of Remembrance

Am 28. November 1998 wurde die afro-amerikanische Sängerin und Performerin Rita Hester aus Boston mit 30 Stichwunden in ihrem Apartment gefunden. Sie verstarb kurz nachdem sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde an einem Herzinfarkt. Ritas Familie und Freunde aus der Trans*-Community kamen daraufhin zu einer Mahnwache vor Ritas Haus zusammen. Ihre Mutter Kathleen sagte: “Ich wäre gerne an deiner Stelle gestorben. Ich hätte mich niederstechen lassen und dir gesagt, du sollst wegrennen. Ich habe dich geliebt.”

Aus dieser Mahnwache entstand der Transgender Day of Remembrance, der weltweit jedes Jahr am 20. November an diejenigen Menschen erinnert, die wie Rita Hester aufgrund ihrer Transsexualität ermordet wurden. Laut dem Project “Transgender Murder Monitoring” (TMM) waren dies im Zeitraum von 2008 bis 2017 weltweit 2.609 transsexuelle und transgender Menschen in 71 Ländern. Gleichzeitig muss von einer weit höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, da transfeindliche Verbrechen in vielen Ländern – wie zum Beispiel auch in Deutschland – statistisch nicht erfasst werden. Die Verbrechen werden meist , wie auch im Fall von Rita Hester, nicht aufgeklärt und finden kaum Beachtung in den Medien. Gleichzeitig steigt ihre Zahl jährlich. Schwarze und Farbige Menschen, Sexworker*innen und Migrant*innen bilden hierbei die größte Gruppe, auf die sich Hass und Gewalt entlädt. Transfeindlichkeit in Kombination mit Rassismus, Sexismus, Xenophobie, Diskriminierung und negative Einstellungen gegenüber Sexworker*innen führen dabei zu äußerst brutalen Verbrechen. Die höchsten Mordraten sind derzeit in Brasilien, Mexiko und den USA zu verzeichnen.

Um an die Ermordeten des vergangenen Jahres zu erinnern und ihrer zu gedenken, veranstalten das Projekt 100% MENSCH, die DGTI e.V. AK Baden-Württemberg (Deutsche Gesellschaft für Trans- und Intersexualität) und die Jugendgruppe Queerdenker Stuttgart jedes Jahr eine Kundgebung in Stuttgart. Menschen aus der trans* Community erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen. Die Mahnwache wird durch Kerzenaktionen und einen Film mit den Namen der Ermordeten umrahmt.

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