• Sexuelle/romantische Orientierung

Liebe ist Liebe –
überall!

Love is love –
everywhere!

SEXUELLE ORIENTIERUNG

Sexuelle Orientierung bezeichnet die nachhaltige geschlechtliche Ausrichtung eines Menschen bei der Partner*innenwahl auf sexueller/körperlicher Ebene.

Kurz: Welches Geschlecht hat der Mensch, mit dem Du gerne Sex hättest?

ROMANTISCHE ORIENTIERUNG

Die romantische Orientierung bezeichnet die nachhaltige geschlechtliche Ausrichtung eines Menschen bei der Partner*innenwahl auf romantischer/amouröser Ebene.

Kurz: Welches Geschlecht hat der Mensch, in den Du dich verliebst?

Analog zur sexuellen Orientierung können Menschen somit heteroromantisch, homoromantisch, bi- und bi+romantisch, panromantisch oder auch andromantisch, gynoromantisch/femmeromantisch oder skolioromantisch lieben.

Die romantische Orientierung ist unabhängig von der sexuellen Orientierung! So ist es zum Beispiel möglich, dass sich ein Mensch zwar ausschließlich in Männer verliebt, aber auch Sex mit Frauen und nicht-binären Personen hat.

Liebe, Loyalität, Verantwortung, Fürsorge, Gleichberechtigung und Einvernehmlichkeit sind die Grundlage aller Partner*innenschaften und Familien – unabhängig von ihrer Konstellation. Es gibt keine Liebe zweiter Klasse.

Die freie Entscheidung über die eigene Sexualität ist ein Grundrecht. Dieses Recht endet dort, wo das Recht anderer Menschen auf ihre körperliche und psychische Unversehrtheit und/oder ihre Selbstbestimmung verletzt wird.

Das Projekt 100% MENSCH unterstützt das Konzept des SSC (safe, sane, consensual – zu deutsch: sicher, bewusst, einvernehmlich).

Schaue für weitere Informationen auch in unser LEXIKON!

Geschlecht

Das Geschlecht sitzt zwischen den Ohren, nicht zwischen den Beinen!
Wenn in diesem Flyer auf Geschlecht Bezug genommen wird, dann ist hiermit ausschließlich das Geschlechtsbewusstsein eines Menschen gemeint. Dieses muss nicht unbedingt mit den körperlichen Merkmalen der betreffenden Person übereinstimmen.

Geschlechtersystem

Das in unserem Kulturkreis noch vorherrschende binäre Geschlechtersystem mit einer klaren Zweiteilung in „männlich“ und „weiblich“ wandelt sich durch gesellschaftliche Entwicklungen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse langsam hin zu einem offenen Geschlechtersystem.
Viele der hier beschriebenden Begriffe haben ihre Grundlage im binären System. Ihre Bedeutungen sind daher in der Diskussion.

LSBTTIQA* / LGBTIQA*

Die Buchstaben L, S(G), B, Q und A stehen für „lesbisch“, „schwul/gay“, „bisexuell“, „queer“ und „asexuell“. Die Buchstaben T, T, I und * beziehen sich auf die verschiedenen Geschlechter. Lies zu diesem Thema unseren Artikel „Geschlecht“.

Queer ist eine Sammelbezeichnung für alle sexuellen Orientierungen, Geschlechter, Beziehungs- und Familienkonstellationen, die sich einer Definition entziehen oder eine Definition als Fremdzuweisung bzw. Eigenbeschreibung ablehnen.
Kurz: Ich lasse mich in keine Schublade stecken – ich bin queer!

Orientierungen im
binären Geschlechtersystem
(nur männlich und weiblich)


Als heterosexuell werden Menschen bezeichnet, deren sexuelles Interesse Personen des anderen Geschlechts gilt.
Beispiel: Eine Frau begehrt sexuell einen Mann.


Eine Person wird als homosexuell bezeichnet, wenn sie sich zu einer Person des eigenen Geschlechts sexuell hingezogen fühlt.
Beispiel: Eine Frau begehrt eine andere Frau.

Viele gleichgeschlechtlich liebende und sexuell begehrende Männer/Frauen bezeichnen sich selbst als schwul/lesbisch.


Bisexuelle
Menschen fühlen sich sexuell sowohl zu Frauen als auch zu Männern hingezogen. Bisexualität ist eine feste Orientierung und ist unabhängig von der*dem aktuellen Partner*in.

Beispiel: Ein Mann, der Sex mit Männern und Frauen hat, ist bisexuell.

Derzeit wird der Begriff „Bisexualität“ stark diskutiert (siehe Bi+).

Orientierungen im offenen
Geschlechtersystem
(männlich, weiblich,
inter und nicht-binär)


Bi+sexuell
soll verdeutlichen, dass sich auch Menschen als bisexuell bezeichnen, die zwei oder mehr Geschlechter sexuell anziehend finden.
Beispiel: Männer, die Sex mit Frauen und nicht- binären Personen haben, sind bi+sexuell.


Bei Pansexuellen spielt das Geschlecht bei der Partnerwahl keine Rolle.
Während sich Bi+sexuelle nicht zwangsläufig für alle Geschlechter interessieren, sind Pansexuelle für sexuelle Kontakte mit allen Geschlechtern offen.

Grundsätzlich wird zwischen Orientierungen unterschieden, die sich entweder auf ein Geschlecht richten (Monosexualität) oder zwei, mehrere oder alle Geschlechter umfassen (Polysexualität).

ANDRO-GYNO-SKOLIO


Androsexualität
bezeichnet die sexuelle Anziehung hin zu Personen, die sich der männlichen Sphäre zugehörig fühlen (Männer*). Diese kann auch nicht-binäre und intergeschlechtliche Personen umfassen, die sich männlich präsentieren.


Analog fühlen sich gynosexuelle / femmesexuelle Menschen sexuell von Personen der weiblichen Sphäre (Frauen*) angezogen.


Skoliosexuelle
Menschen wiederum fühlen sich von der Sphäre der nicht-binären und intergeschlechtlichen Personen angezogen.

Begriffe wie androsexuell, gynosexuell/femme- sexuell und skoliosexuell beziehen sich aus- schließlich auf das Partner*innengeschlecht. Sie eignen sich daher besser zur Beschreibung der sexuellen Orientierung als die binären Begriffe „homo-“ und „heterosexuell“, die im offenen Ge- schlechtersystem an ihre Grenzen stoßen.

ASEXUALITÄT / AROMANTIK

Als asexuell (ace) werden Menschen bezeichnet, die keine sexuelle Anziehung gegenüber anderen Personen verspüren.
Sexuelles Verlangen kann jedoch vorhanden sein (Selbstbefriedigung). Auch körperlicher Kontakt (z.B. Kuscheln, Küsse) ist nicht ausgeschlossen, hat jedoch keine sexuelle Bedeutung.

Asexuelle müssen nicht automatisch aromantisch sein, d.h. sie können sehr wohl in einer romantischen Beziehung leben, allerdings ohne sexuelles Verlangen.

Kurz: Asexuelle haben kein Verlangen nach Sex mit anderen Menschen.

Aromantisch ist eine Person, die kein Bedürfnis nach romantischen Beziehungen mit anderen hat. Dennoch können starke emotionale Bindungen (z.B. Freundschaften) aufgebaut werden.

Kurz: Aromantische Menschen verlieben sich nicht in andere Personen.

PAARBEZIEHUNGEN

Monoamourös beschreibt einen Menschen, der seine romantische Aufmerksamkeit nur auf eine Person zur selben Zeit konzentriert.
Geschlossen-monoamouröse Liebesbeziehungen sind romantische Paarbeziehungen. Sexuelle Kontakte bestehen ausschließlich innerhalb der Partnerschaft.

Offen-monoamouröse Liebesbeziehungen bezeichnen romantische Paarbeziehung, die in Absprache unter den Partner*innen auch sexuelle Kontakte außerhalb der Partnerschaft enthalten können. Diese Absprache kann einen oder beide Partner* innen gelten.

Achtung: Die Äußerung „Ich bin monogam“ wird zwar sinngleich verwendet, bezeichnet ursprünglich jedoch die sexuelle und amouröse Treue in einer Ehe. Polygamie wiederum bezeichnet eine Vielehe – also ein Ehe mit mehreren Ehe-Partner*innen. Dieses Modell ist in Deutschland derzeit gesetzlich verboten.

GRUPPENBEZIEHUNGEN


Eine Person, die ihre romantische Aufmerksamkeit auf mehr als einen Menschen zur selben Zeit richten kann, wird als polyamourös bezeichnet.

Das Konzept der Polyamorie setzt hierbei das volle Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner*innen voraus. Polyamorie unterscheidet sich daher grundlegend von Fremdgehen bzw. Affairen.

Geschlossen-polyamouröse Liebesbeziehungen beschreiben Konstellationen, in denen mehrere Personen ausschließlich innerhalb der Beziehungsgruppe (d. h. untereinander) sexuelle Kontakte pflegen.

Als offen-polyamourös wird eine romantische Liebesbeziehung zwischen mehreren Menschen bezeichnet, bei der die Partner*innen auch sexuelle Kontakte außerhalb der Beziehungsgruppe haben können.

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