Lexikon – (C)AFAB / (C)AMAB / DFAB / DMAB
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(C)AMAB / (C)AFAB / DFAB / DMAB
Diese Abkürzungen beschreiben das Geschlecht, das einem Menschen bei der Geburt zugewiesen wurde – nicht die tatsächliche Geschlechtsidentität, die eine Person selbst empfindet und benennt. Sie helfen dabei, zwischen dem zugewiesenen und dem gelebten Geschlecht zu unterscheiden.
AFAB / AMAB
AFAB / AMAB steht für „Assigned Female At Birth“ / „Assigned Male At Birth“, was übersetzt „bei der Geburt weiblich zugewiesen“ / „bei der Geburt männlich zugewiesen“ bedeutet. Dabei spielt allein die Betrachtung der äußeren Genitalien eine Rolle, die den Geschlechtseintrag im Personenstandsregister bestimmt. Da die betroffene Person nicht selbst Auskunft über ihr Geschlecht geben kann, wird das Geschlecht von Ärzt*innen zugewiesen.
Die Begriffe sagen ausdrücklich nichts über die Geschlechtsidentität aus: Eine Person kann AFAB sein und sich als Frau, als Mann, als nicht-binär oder als inter* verstehen. Genutzt werden sie unter anderem von trans, nicht-binären und intergeschlechtlichen Menschen, um über ihre Ausgangssituation zu sprechen, ohne die eigene Identität darauf zu reduzieren.
DFAB / DMAB
Synonym zu AFAB / AMAB können DFAB / DMAB verwendet werden. DFAB / DMAB steht für „Designated Female At Birth“ / „Designated Male At Birth“ und bedeutet so viel wie „bei der Geburt als weiblich / männlich bestimmt“. Die Abkürzungen werden oft von trans Menschen verwendet, um darauf aufmerksam zu machen, dass ihnen bei der Geburt ein falsches Geschlecht zugewiesen wurde. Das Wort „designated“ (bestimmt) betont dabei, dass es sich um eine Fremdzuschreibung handelt und nicht um eine Tatsache über die Person selbst.
CAFAB / CAMAB
CAFAB / CAMAB steht für „Coercively Assigned Female At Birth“ / „Coercively Assigned Male At Birth“. Der Zusatz „coercively“ (zwangsweise) beschreibt eine gewaltvolle Zuweisung zu einem Geschlecht nach der Geburt. Der Begriff bezieht sich vor allem auf die chirurgische Zwangsnormierung der Genitalien – auf geschlechtszuweisende Operationen an Kindern, deren Körper sich nicht eindeutig in die binären Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ einordnen lassen. Es gibt auch trans Personen, die diese Bezeichnung verwenden, um auszudrücken, dass ihnen bei der Geburt gewaltsam ein falsches Geschlecht aufgezwungen wurde.
Zur Herkunft und Nutzung ist wichtig: Der Begriff wird sowohl mit der trans als auch mit der intergeschlechtlichen Community in Verbindung gebracht, und seine Ursprünge sind umstritten. Viele intergeschlechtliche Aktivist*innen bevorzugen heute die Bezeichnung „intergeschlechtlich“ bzw. „inter*“ und sprechen bei den erzwungenen Eingriffen von IGM („Intersex Genital Mutilation“, intergeschlechtliche Genitalverstümmelung). CAFAB / CAMAB sollte deshalb nicht pauschal für alle inter* Menschen verwendet, sondern nur dann genutzt werden, wenn eine Person sich selbst so bezeichnet.
Hinweis zum respektvollen Umgang
Ob und wie eine Person diese Begriffe für sich verwendet, entscheidet sie selbst. Niemand ist verpflichtet, das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht offenzulegen. Frage im Zweifel nach, welche Bezeichnungen sich eine Person wünscht, und übernimm sie – statt aus einem Kürzel Rückschlüsse auf Identität oder Körper zu ziehen.

