Lexikon – LGBTTIQQAAP*
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LGBTTIQQAAP*
LGBTIQA* (im deutschen Sprachraum oft LSBTIQA*) ist eine Abkürzung, die als Oberbegriff für queere Menschen dient. Die Buchstaben stehen für:
- L – lesbisch
- G/S – gay bzw. schwul
- B – bisexuell
- T – transgender (im Deutschen steht ein zweites T oft für transsexuell)
- I – inter (intergeschlechtlich)
- Q – queer („keine Schublade“) bzw. questioning (fragend/noch am Erkunden)
- A – asexuell, aromantisch, agender
- * oder + – für alle weiteren Identitäten
Wie das Akronym entstand
In den USA setzte sich in den 1970er-Jahren „gay“ als Begriff der Community durch – als Ablösung des klinisch-abwertenden Wortes „homosexual“. In den 1980er-Jahren entstand daraus die Abkürzung LGB (lesbian, gay, bisexual). In den 1990ern kam das T für „transgender“ hinzu; seither ist LGBT weit verbreitet. Ebenfalls in den 1990ern wurde das einst als Schimpfwort gebrauchte Wort „queer“ wiederangeeignet und als Q ergänzt. Später kamen I (inter) und A (asexuell u. a.) dazu.
Ein besonderes Detail: Ursprünglich war auch die Reihenfolge „GLB“ verbreitet. Das L wurde bewusst nach vorn gestellt, um Lesben für ihre Unterstützung und Fürsorge gegenüber schwulen Männern während der AIDS-Krise zu würdigen.
Das Sternchen und das Plus
Ein hinzugefügtes Sternchen (*) oder Plus (+) soll all jene Menschen einschließen, die sich selbst nicht mit einem der genannten Buchstaben bezeichnen, aber dennoch nicht heterosexuell und/oder cisgeschlechtlich sind oder sich aus anderen Gründen der Community zugehörig fühlen.
Längere Varianten – und die A-Debatte
Gelegentlich werden weitere Buchstaben ergänzt, um möglichst keine Gruppe auszuschließen, etwa in Formen wie LSBTIQAP+ (mit P für pansexuell und/oder polyamourös). Solche längeren Varianten machen mehr Gruppen sichtbar, werden aber auch als sperrig kritisiert.
Umstritten ist die Deutung des A: In der Community steht es für asexuell, aromantisch und agender – also für Identitäten innerhalb der Gemeinschaft. Manche lesen das A als „Ally“ (Verbündete*r). Das wird kritisiert, weil es Nicht-Betroffene in den Mittelpunkt rückt und die eigentlich gemeinten Gruppen verdrängt.
2S / Two-Spirit
Eine zunehmend gebräuchliche Variante ist 2SLGBTQIA+. Das 2S steht für Two-Spirit und wird häufig bewusst vorangestellt, um zu würdigen, dass indigene Geschlechterkonzepte den kolonialen Begriffen vorausgehen (die kanadische Regierung nutzt etwa 2SLGBTQI+).
Wichtig ist dabei: „Two-Spirit“ ist ein kulturell eigenständiger Begriff aus indigenen Gemeinschaften Nordamerikas und nicht einfach mit den übrigen Buchstaben austauschbar.
Kritik und Alternativen
Die Abkürzung LSBTIQA* bezeichnet häufig eine ganze Community, benennt aber nur einzelne Gruppen und nicht alle. Manche kritisieren sie zudem als zu sperrig. Um diesen Problemen zu entgehen, wird auch von der queeren Community oder der Regenbogen-Community gesprochen. Diese Begriffe werden jedoch ebenfalls kritisiert, weil sie durch ihre Allgemeinheit einzelne Gruppen unsichtbar machen können. Man darf gespannt sein, wie sich die Begrifflichkeiten im Lauf der Zeit weiter verändern.

