Lexikon – PrEP
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PrEP
PrEP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe. Dabei nehmen HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. Voraussetzung ist ein negativer HIV-Test – für HIV-positive Menschen ist die PrEP nicht gedacht.
Bei korrekter Anwendung kann die PrEP eine HIV-Infektion sehr wirksam verhindern; der Schutz vor HIV liegt sogar über dem des Kondoms. Wichtig ist aber: Eine PrEP schützt ausschließlich vor HIV und nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Kondome können eine Ansteckung mit Tripper, Syphilis, Hepatitis, Chlamydien usw. zwar nicht gänzlich verhindern, senken das Risiko aber deutlich. PrEP, Kondom und der Schutz durch Therapie („n=n“) ergänzen sich also.
Wie die PrEP eingenommen wird
Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
- Kontinuierliche (tägliche) PrEP: jeden Tag eine Tablette.
- Anlassbezogene PrEP (nach dem „2-1-1″-Schema): zwei Tabletten einige Stunden vor dem Sex, danach je eine Tablette an den beiden folgenden Tagen. Dieses Schema wird vor allem für cis Männer empfohlen, die Sex mit Männern haben.
- Lang wirksame Spritzen-PrEP: Seit einigen Jahren gibt es auch Wirkstoffe, die nicht täglich eingenommen, sondern gespritzt werden – Cabotegravir (alle zwei Monate, EU-Zulassung 2023) und Lenacapavir (nur halbjährlich, EU-Zulassung 2025). In Deutschland ist die breite Verfügbarkeit dieser Spritzen allerdings noch in Entwicklung.
Welche Form passt, wird ärztlich beraten.
In Deutschland: Kassenleistung
Seit dem 1. September 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente und die Begleituntersuchungen. Anspruch haben gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko. Verschrieben wird die PrEP von dafür qualifizierten Ärzt*innen (etwa in HIV-Schwerpunktpraxen). Anlaufstellen und Praxen listet zum Beispiel die Deutsche Aidshilfe.
Regelmäßige Kontrollen
PrEP-Nutzer*innen sind – wie auch HIV-positive Menschen – dazu angehalten, sich etwa alle drei Monate medizinisch durchchecken zu lassen. Das hat einen positiven Nebeneffekt: STI werden dadurch oft deutlich schneller erkannt und behandelt als bei Menschen, die bestenfalls einmal im Jahr ärztlichen Rat suchen. Daher unser Aufruf: Lass dich regelmäßig auf STI untersuchen und hilf so mit, dass sich Infektionen nicht weiter ausbreiten.
Selbstbestimmter Schutz
Menschen nutzen die PrEP aus höchst unterschiedlichen, oft sehr persönlichen Gründen. Einer der wichtigsten ist, den eigenen Schutz selbstständig gewährleisten zu können – unabhängig von der „Mitarbeit“ der*des Sexpartner*in. Ein Beispiel ist das sogenannte Stealthing, also das unabgesprochene Entfernen des Kondoms während des Geschlechtsverkehrs. Stealthing ist ein Übergriff und wurde von deutschen Gerichten bereits als sexuelle Straftat gewertet.

