Lexikon – Demi-Girl / Demi-Boy
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Demi-Girl / Demi-Boy
Die Vorsilbe „Demi“ beschreibt „zur Hälfte“, „in der Nähe von“, „teilweise zugehörig“ oder „in der Sphäre von“. Demigirl und Demiboy sind nicht-binäre Geschlechtsidentitäten: Die Personen verstehen sich überwiegend, aber nicht ausschließlich als weiblich bzw. männlich.
Gemeint ist dabei die innere Geschlechtsidentität – nicht, wie maskulin oder feminin eine Person wirkt oder sich gibt. Eine Person ist also nicht deshalb Demiboy, weil sie sich „männlich“ kleidet, sondern weil sie sich innerlich teilweise (aber nicht ganz) als Junge oder Mann verortet.
Demigender als Oberbegriff
Demiboy und Demigirl fallen zusammen mit Demi-non-binary (auch Demi-enby) unter den Oberbegriff Demigender. Weitere Identitäten wie Demifluid oder Demiflux gehören ebenfalls dazu. Demigender ist Teil des nicht-binären Spektrums.
Die Beschreibung als Demigender ist unabhängig vom bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. So können sich sowohl als „männlich“ als auch als „weiblich“ zugewiesene Personen als Demiboy beschreiben, wenn sie ihr Geschlechtsbewusstsein teilweise in der Sphäre von „männlich“ verorten.
Die „andere Hälfte“
Wenn sich jemand nur teilweise als Junge oder Mädchen versteht – was ist dann der Rest? Diese „andere Hälfte“ ist offen: Sie kann agender (kein Geschlecht), nicht-binär, genderfluid oder ein weiteres Geschlecht sein – oder schlicht unbestimmt bleiben. Wichtig ist allein, dass die Verbindung zu „männlich“ bzw. „weiblich“ als teilweise, nicht als vollständig empfunden wird.
Flaggen
Für diese Identitäten gibt es eigene Flaggen (entworfen um 2014). Sie bestehen jeweils aus sieben waagerecht und symmetrisch angeordneten Streifen: außen dunkles und helleres Grau für die teilweise bzw. außerhalb der Zweiteilung liegende Verbindung, ein weißer Streifen in der Mitte für nicht-binäre oder agender Identität und dazwischen die Farbe des jeweiligen Geschlechtsbezugs – Rosa bei der Demigirl-Flagge (weiblich), Blau bei der Demiboy-Flagge (männlich) und Gelb bei der Demigender- bzw. Demi-non-binary-Flagge (nicht-binär). Die bewusste Symmetrie drückt aus, dass es sich um eine ruhende, teilweise Verortung handelt und nicht um eine Bewegung von einem Pol weg oder auf einen anderen zu.
Hinweis zur Vorsilbe „demi“
Dasselbe Präfix begegnet dir auch bei demisexuell und demiromantisch. Dort bezieht es sich jedoch auf Anziehung, die erst nach einer engen emotionalen Bindung entsteht – hier dagegen auf eine teilweise Geschlechtsidentität. Gleiche Vorsilbe, unterschiedlicher Zusammenhang.

