Lexikon – Community
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Community
Community ist das englische Wort für Gemeinde oder Gemeinschaft. In der Soziologie steht es für eine soziale Gruppe, deren Mitglieder eng durch eine gemeinsame gesellschaftliche oder soziale Haltung verbunden sind und die sich durch ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl auszeichnet.
Im Rahmen von LSBTIQA* spricht man häufig von der queeren Community. Sie umfasst alle queeren Einzelpersonen, Gruppen bzw. Organisationen und Institutionen. Gemeint sein kann damit die Gesamtheit aller queeren Menschen, ebenso aber ein konkreter Zusammenhang in einer Stadt oder Region – und zunehmend auch translokale und Online-Gemeinschaften, die über Orte hinweg verbinden. Ein Gemeinschaftsgefühl entsteht etwa dadurch, dass sich Menschen gemeinsam für queere Rechte einsetzen, ähnliche Diskriminierungserfahrungen teilen und sich zusammen gegen Diskriminierung durch die Mehrheitsgesellschaft stellen. Eine übergeordnete Community kann sich in weitere Sub-Communitys gliedern – ein Beispiel ist die trans Community innerhalb der queeren Community.
Was die Community gibt
Eine Community ist mehr als eine Definition – sie erfüllt wichtige Funktionen im Leben queerer Menschen:
- Zugehörigkeit und Sichtbarkeit: das Gefühl, nicht allein und nicht „die Ausnahme“ zu sein.
- Sicherheit: Räume, in denen man sich nicht erklären oder verstecken muss.
- Gegenseitige Unterstützung: von emotionalem Rückhalt über geteiltes Wissen (z. B. zu Coming-out, Transition, Rechten) bis zu praktischer Hilfe.
- Vorbilder: Menschen zu begegnen, die ähnliche Wege gegangen sind.
- Schutz für die psychische Gesundheit: Zugehörigkeit und Rückhalt wirken nachweislich als Puffer gegen den sogenannten Minderheitenstress.
Wahlfamilie
Für viele queere Menschen – besonders für jene, die von ihrer Herkunftsfamilie abgelehnt werden – wird die Community zur Wahlfamilie: ein selbst gewähltes Netzwerk aus Freund*innen und Vertrauten, das füreinander einsteht wie eine Familie. Diese selbst gewählten Bindungen sind für viele ein zentraler Teil ihres Lebens.
Vielfältig und nicht immer einig
„Die“ Community ist kein einheitlicher Block. Sie ist vielfältig, und ihre Mitglieder haben unterschiedliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen. Deshalb wird manchmal bewusst von queeren Communitys im Plural gesprochen.
Wichtig ist auch ein ehrlicher Blick: Zugehörigkeit ist nicht automatisch gegeben, und Diskriminierung findet nicht nur von außen statt. Auch innerhalb der Community gibt es Ausgrenzung – etwa Rassismus, Trans- und Bifeindlichkeit oder Ableismus. Diese blinden Flecken zu benennen, gehört zu einer Community, die für alle ihre Mitglieder ein sicherer Ort sein möchte. Unterstützung finden queere Menschen dabei auch durch Allys, die sich solidarisch an ihre Seite stellen.

