Lexikon – Genderfluid
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Genderfluid
Genderfluide Menschen haben ein „flüssiges“ Geschlecht, das sich mit der Zeit oder in Abhängigkeit von Situationen ändert. Obwohl „genderfluid“ ein nicht-binäres Geschlecht ist, können sich genderfluide Personen auch zeitweise binär (männlich/weiblich) verorten. Eine genderfluide Person fühlt sich also zum Beispiel mal eher männlich, mal eher weiblich, mal dazwischen, mal ohne Geschlecht.
Bandbreite und Einordnung
Wie stark und wie oft sich das Geschlecht verschiebt, ist individuell sehr verschieden: bei manchen mehrmals täglich, bei anderen über Wochen oder Monate, bei wieder anderen ohne festes Muster. Auch die Intensität variiert – von deutlichen Wechseln bis zu feinen Nuancen.
Genderfluid gehört zum nicht-binären und zum weiteren trans Spektrum. Ob sich eine genderfluide Person zugleich als trans versteht, entscheidet sie selbst.
Verwandte Begriffe
Genderfluid wird manchmal mit ähnlichen Identitäten verwechselt:
- Genderflux: Hier schwankt die Intensität des Geschlechtsempfindens (mal stärker, mal schwächer, zeitweise bis hin zu agender), während bei genderfluid das Geschlecht selbst zwischen verschiedenen Geschlechtern wechselt.
- Agender und demigender sind weitere Identitäten im nicht-binären Spektrum, mit denen sich genderfluide Erfahrungen teils überschneiden können.
Pronomen
Welche Pronomen eine genderfluide Person nutzt, entscheidet sie selbst. Manche verwenden dauerhaft einen festen Satz (z. B. „they“ oder Neopronomen), andere wechseln ihre Pronomen passend zu ihrem aktuellen Empfinden. Im Zweifel hilft es, einfach nachzufragen.
Flagge
Die Genderfluid-Flagge wurde 2012 von JJ Poole entworfen. Sie hat fünf waagerechte Streifen: Rosa für Weiblichkeit, Weiß für alle Geschlechter, Violett für eine Mischung aus Weiblichkeit und Männlichkeit (Androgynie), Schwarz für die Abwesenheit von Geschlecht und Blau für Männlichkeit. Zusammen bilden sie die ganze Bandbreite ab, die genderfluide Menschen erleben können.

