Lexikon – Label
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Label
Das Wort „Label“ heißt auf Deutsch „Etikett“ oder „Bezeichnung“. Labels werden häufig von Menschen verwendet, um ihre sexuelle oder romantische Orientierung und ihr Geschlecht zu benennen. Lesbisch, pansexuell oder trans sind zum Beispiel Labels.
Wofür Labels gut sind
Für viele Menschen sind solche Bezeichnungen wichtig, um die eigenen Erfahrungen in Worte zu fassen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Ein passendes Label kann außerdem
- für Klarheit über sich selbst sorgen,
- Zugehörigkeit und Gemeinschaft stiften und das Gefühl geben, nicht allein zu sein,
- Sichtbarkeit schaffen und
- helfen, eigene Bedürfnisse und Grenzen zu kommunizieren.
Selbstbezeichnung statt Fremdbezeichnung
Labels können zugeschrieben werden (als Fremdbezeichnung, etwa durch medizinische Diagnosen) oder selbst gewählt sein. Entscheidend ist die Selbstbestimmung: Welches Label auf eine Person passt, entscheidet allein diese Person selbst. Deshalb sollten Bezeichnungen stets selbstgewählt und niemandem von außen zugewiesen werden. Im Zweifel gilt: nachfragen und die Begriffe verwenden, die eine Person für sich nutzt.
Labels sind flexibel – und kein Muss
Labels zu finden und ihre Bedeutung zu definieren birgt oft Konfliktpotenzial. Nicht jede*r, der*die eigentlich unter die Definition eines Labels fallen würde, fühlt sich davon auch korrekt beschrieben – und das ist völlig in Ordnung. Ein Label ist ein Angebot, keine Schublade und keine Verpflichtung:
- Es darf sich mit der Zeit ändern, wenn das Selbstverständnis wächst.
- Man kann mehrere Labels gleichzeitig nutzen – oder bewusst gar keins.
- Auch „questioning“ (noch am Erkunden sein, ohne sich festzulegen) ist eine gültige Haltung.
Ein Label beschreibt einen Aspekt eines Menschen, es definiert ihn nicht.
Viele Labels – und das ist okay
In den letzten Jahren sind – besonders in Online-Communitys – viele, teils sehr spezifische Labels entstanden. Für die einen sind sie hilfreich und stärkend, weil sie ihre Erfahrung genau treffen; andere bevorzugen breitere Begriffe oder verzichten ganz auf Bezeichnungen. Innerhalb der LSBTIQA*-Community gibt es deshalb auch Menschen, die jegliche Labels ablehnen und sich als „queer“ bezeichnen – was so viel bedeuten kann wie „keine Schublade“.
All diese Wege sind gleichermaßen gültig.

