Lexikon – Questioning
Projekt 100% MENSCH

Questioning
Der Begriff wird häufig von Menschen verwendet, die ihre sexuelle oder romantische Orientierung und/oder ihr Geschlecht hinterfragen. Oft haben diese Personen (noch) keine andere Bezeichnung gefunden, mit der sie sich korrekt beschrieben wissen und wohlfühlen. „Questioning“ heißt auf Deutsch „fragend“.
Ein gültiger Zustand – ganz ohne Zeitdruck
Questioning zu sein ist kein Mangel und kein „Wartezimmer“, das man möglichst schnell wieder verlassen muss, sondern ein gültiger Zustand für sich. Es gibt keinen Zeitplan und kein „richtiges“ Tempo: Manche Menschen sind nur kurz questioning, andere über längere Zeit oder immer wieder einmal. Und niemand ist verpflichtet, am Ende bei einem bestimmten Label anzukommen – Bezeichnungen sind ein Angebot, kein Muss.
Auch darf sich das Ergebnis ändern: Wer heute eine Bezeichnung für sich findet, kann sie später wieder anpassen. Sich selbst kennenzulernen ist kein einmaliger Vorgang.
In jeder Lebensphase
Fragen zur eigenen Orientierung oder zum eigenen Geschlecht können in jedem Alter auftauchen – nicht nur in der Jugend. Auch später im Leben ist es völlig normal, Neues an sich zu entdecken und sich neu zu fragen.
Was helfen kann
Um sich über die eigene Orientierung und/oder das eigene Geschlecht klarer zu werden, hilft oft: sich Zeit lassen, mit Menschen sprechen, Erfahrungen austauschen und Dinge ausprobieren. Dabei ist es völlig in Ordnung, unterwegs verschiedene Bezeichnungen auszuprobieren. Unterstützung bieten auch queere Community- und Jugendgruppen sowie Beratungsstellen – im eigenen Tempo und ohne Druck.
Dazugehören
Menschen, die questioning sind, gehören selbstverständlich zur LSBTIQA*-Community. Nicht umsonst steht das „Q“ in der Abkürzung LSBTIQA* sowohl für „queer“ als auch für „questioning“.

